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Veröffentlicht am: Apr 22, 2015 von Admin - Acorn Treppenlifte Deutschland & Kategorie Altenpflege

Der Umgang mit Demenzerkrankten in der deutschen Gesellschaft.

An Alzheimer und Demenz Erkrankte sind auf das Wohlwollen der Gesellschaft angewiesen.

Die Deutsche Gesellschaft wird immer älter - und analog dazu gibt es immer mehr Menschen, die an Alzheimer oder generell an Demenz leiden. Derzeit geht man von ca. 1,4 Millionen Frauen und Männer in Deutschland aus. Betroffen davon sind auch die engsten Familienmitglieder, die sich überwiegend um die Betreuung und Pflege der Erkrankten kümmern.

Es gibt die Aussage, Demenz sei das Leiden der Angehörigen. Diese Aussage hört man zu Recht, da sich die Angehörigen in großer Geduld und Rücksichtnahme gegenüber dem Erkrankten üben müssen. Zugleich sind viele der betreuenden Angehörigen so intensiv in die Betreuung eingebunden, dass ihr eigenes Leben, ihr eigener Alltag buchstäblich ‚auf der Strecke‘ bleibt.

Eine Aufgabe, die viel persönlichen Einsatz und ein unermüdliches Engagement fordert! Eine Aufgabe, die auch nicht wirklich in die Kosten eingerechnet wird, wenn es darum geht, was die Betreuung und Pflege von an Demenz erkrankten Menschen kostet. Und das, obwohl bislang ca. ein Drittel der eigentlichen Pflege von den Angehörigen geleistet wird. Diese Arbeiten werden überwiegend von Frauen ausgeführt: von den Ehepartnerinnen, Töchtern und Schwiegertöchtern. Neben diesem unermüdlichen Einsatz kommt für die Betroffenen wie auch Angehörigen eine weitere Belastung hinzu:

Heimpflege für Demenzkranke.

An Demenz leidende Menschen werden in unserer Gesellschaft schnell als Verrückte wahrgenommen und dargestellt. Statt um diese Erkrankung zu wissen und entsprechend mit den Betroffenen und ihren Angehörigen umzugehen, setzt man sie Vorwürfen, unangemessenen und kränkenden Bemerkungen aus und geht vielleicht sogar soweit, sie zu ignorieren.

Das geschieht selbst im eigenen Freundeskreis, dass sich langjährige und bis dahin gute Freunde plötzlich von den Erkrankten und deren Familien zurückziehen. Keiner will mehr etwas mit einem zu tun haben - und das gerade jetzt, wo doch den pflegenden Angehörigen eine Abwechslung und Bereicherung im Leben der Eltern oder Schwiegereltern willkommen ist.

Denn auch an Demenz und Alzheimer leidende Menschen freuen sich über Gespräche und Anteilnahme - wenngleich es auch sein kann, dass sie das, was man vor wenigen Minuten mit ihnen besprochen hat, bereits wieder vergessen haben.

Vor diesen belastenden wie auch zuweilen traurigen Hintergründen ist es umso wichtiger, dass es ehrenamtlich engagierte Menschen gibt, die stunden-oder tageweise nach den Erkrankten schauen. Wenn diese auch keine pflegenden Tätigkeiten übernehmen, so sind die Angehörigen doch immerhin für eine Weile entlastet und können sich erholen oder ihren privaten Angelegenheiten mit mehr Ruhe nachgehen.

Mit dem Fortschreiten der Demenz kommen die meisten Familien nicht um einen Pflegedienst herum, der sich vor allem um die Körperpflege und um medizinische Anwendungen kümmert. Für viele Angehörige erweist sich auch der Aufenthalt in einer Tagespflege - einer sog. teilstationären Unterbringung - als sinnvoll. So werden die Betroffenen tagsüber nicht nur betreut und versorgt, sondern darüber hinaus von fachkundigem Personal zu eigenen Aktivitäten angeleitet, die beispielsweise die Mobilität wie auch die geistige Fitness anregen. Auch Maßnahmen zur Rehabilitation bereits eingetretener gesundheitlicher Probleme werden angeboten.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Deutschen immer weniger in Familien leben und die eigenen Kinder - sofern es überhaupt welche gibt - berufsbedingt weit entfernt leben, wird es in naher Zukunft immer schwieriger werden, das die Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen durch deren Angehörige geschieht. Daher gilt die wachsende Zahl an Demenzerkrankten auch als eine der größten sozialen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte.

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