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Veröffentlicht am: Apr 04, 2014 von Admin - Acorn Treppenlifte Deutschland & Kategorie Neuigkeiten

Barrierefreiheit wird von Politikern immer wieder gerne als ein wichtiges Ziel genannt. Das ist verständlich. Schließlich haben sogar die Ewiggestrigen erkannt, dass Senioren eine wichtige Wählergruppe bilden. Und so werden vor laufender Kamera schöne Versprechen gemacht und wird auf die besondere Bedeutung von Barrierefreiheit hingewiesen. Doch sobald die Tagesschau vorbei und die Wahl gewonnen ist, sind diese Versprechen bereits vergessen. Wie ein aktuelles Beispiel belegt, genießt Barrierefreiheit in Deutschland immer noch einen sehr geringen Stellenwert.

Negativbeispiel: Bahnhof Haßfurt

So ist der Bahnhof in Haßfurt, Kreisstadt des Landkreises Haßberge im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken, leider immer noch nicht zufriedenstellend für Gehbehinderte erreichbar. Zumindest wenn man einem Bericht der Webseite infranken.de glauben darf. In diesem wird unter anderem kritisiert, dass es keine Boden-Indikatoren für Blinde gibt und das unebene Steinpflaster vor dem Gebäude damit keine sichere Fortbewegung erlaubt. Doch auch Gehbehinderte und Senioren leiden unter der Tatsache, dass die Bahn den Bahnhof nicht barrierefrei ausbauen mag. Fazit eines Betroffenen: „Es fehlt an allem.“ An Aussagen seitens Lokalpolitikern, das Problem endlich in Angriff zu nehmen, fehlt es jedoch nicht und nun steht sogar ein Besuch von Martin Burkert, Vorsitzendem des Verkehrsausschusses des Bundestags an. Dass sich dabei etwas ändert, ist jedoch eher unwahrscheinlich.

Positivbeispiel: Vogtlandmuseum

Dass es auch anders geht, belegt ein Positivbeispiel aus dem Vogtlandmuseum in Plauen. Dort können auch Rollstuhlfahrer seit kurzem endlich die Bereiche der Ausstellung erreichen. Anderthalb Jahre hat die Arbeit an dem Aufzug gedauert, doch das Warten hat sich gelohnt. Fünf Ebenen werden mit dem Lift überbrückt und damit sind praktisch alle Ausstellungsbereiche frei zugänglich. Zwar müssen sich Gehbehinderte noch bis Juni an der Museumskasse melden, um die Dienste auch wirklich nutzen zu können. Doch danach erstrahlt das Museum auch für sie in einem komplett neuem Glanz.

Zeit für ein Umdenken

Das Beispiel aus Plauen belegt, dass die Zeit reif ist für ein Umdenken. Wenn  eine Umsetzung der Barrierefreiheit dem Vogtlandmuseum möglich ist, kann die Bahn sich wohl kaum aus der Verantwortung reden. Und noch etwas ist von Interesse: Auch wenn der Gedanke der Barrierefreiheit im Vordergrund stand, hat der Aufzug in Plauen auch für die Museumsbetreiber selbst Vorteile. So lassen sich nun schwere Objekte bedeutend leichter durch das Gebäude transportieren. Und davon profitieren letztendlich alle. Nun wird es nur noch Zeit, dass man das auch in Berlin versteht – und sich nicht nur auf schöne Worte, sondern echte Taten verlegt.

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