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Veröffentlicht am: Jun 28, 2014 von Admin - Acorn Treppenlifte Deutschland & Kategorie Neuigkeiten

Dass es vielen private Arbeitgebern schwer fällt, sich in die Welt eines Gehbehinderten zu versetzen, dürfte hinlänglich bekannt sein. Leider muss man immer wieder feststellen, dass auch viele staatliche Stellen sich der Thematik mit wenig Fingerspitzengefühl und nur mäßigem Sachverstand nähern. Ein aktuelles Beispiel aus Berlin demonstriert erneut, wie schwer es Gehbehinderte in Deutschland haben – und wie lange der Weg zur Anerkennung ihrer Bedürfnisse noch ist.

Jobcenter: Schlechtes Beispiel

In dem konkreten Fall war es das Jobcenter, welches mit schlechtem Beispiel voranging. Trotz einer bekannten Gehbehinderung zwang man einen Hartz-IV-Empfänger zu einem Job, der mit Treppensteigen verbunden war: Der Betroffene sollte Kunstwerke im Treppenhaus eines 18-stöckigen Gebäudes abfotografieren. Dass dieser Job wohl kaum geeignet sein konnte, stand eigentlich schon zu Anfang fest. Dennoch mühte sich der 59-Jährige zwei Tage lang so gut es ging unter großen Schmerzen die Treppen hinauf und hinab. Als er den dritten Tag aufgrund akuter Beschwerden die weitere Arbeit verweigerte, wurden ihm prompt die Beiträge gekürzt.

Gehbehinderung: Immer noch falsch verstanden

Angesichts solcher Fälle kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, als hielten viele Auftraggeber eine Gehbehinderung immer noch für eine recht harmlose Einschränkung, die sich mit ein wenig Zähneaufeinanderbeißen überwinden ließe. Das Gegenteil ist wahr. Eine Gehbehinderung wird oftmals gerade durch fehlende Ruhephasen oder übermäßige Belastungen hervorgerufen oder verschlimmert. Nicht Überheblichkeit sondern Verständnis und eine einfühlsame medizinische Begleitung stellen die Weichen für eine Verbesserung. Wie wichtig ein solches Umdenken wirklich ist, wird schon aus dem weiteren Verlauf des Berliner Beispiels ersichtlich. Denn sogar nachdem dem Betroffenen gerichtlich sein Recht auf die gekürzten Beiträge bestätigt wurde, verzögerte das Jobcenter die Auszahlung, wodurch der ohnehin schon finanziell schlecht gestellte Man in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten geriet.

Umdenken erforderlich

Statt Gehbehinderte unter Druck zu setzen, stünde es staatlichen Stellen besser zu Gesicht, sich um die vollständige Durchsetzung der Barrierefreiheit zu kümmern und im Rahmen einer besseren Vermittlung Jobs anzubieten, die auch wirklich dem Fähigkeitenprofil eines Bewerbers entsprechen. Letztendlich profitieren von einer solchen positiven Politik nicht nur Gehbehinderte – sondern vielmehr die gesamte Wirtschaft.

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